Bauwerkserhaltung

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Die Bandbrücke ist das Wahrzeichen der Kokerei Hansa und diente zum Transport von Steinkohle
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Sanierung der Bandbrücke Kokerei Hansa Dortmund

Die denkmalgeschützten Kokerei Hansa ist Teil der »Route Industriekultur«. Bereits seit dem Jahr 2000 können Besucher durch Besichtigung dieser »begehbaren Großskulptur« den Weg der Kohle zum Koks nachvollziehen. Mit diesem Ziel hatte HEG im Auftrag der Stiftung Industriedenkmalpflege in Zusammenarbeit mit »Böll Architekten« aus Essen auch die ca. 200 m lange und fast 40 m hohe Bandbrücke einer neuen Nutzung zugeführt. Sie war für die Begehung durch Besuchergruppen ertüchtigt worden und erhielt eine neue Glas-Fassade.

Lars Thenhausen und Christoph Driller von HEG begutachten Schäden an der Bandbrücke

Nun soll die Brücke saniert werden, da tragende Teile nicht mehr ausreichend tragfähig sind. Die über 70 Jahre alten Bestandpläne sind als ausschließliche Datenquelle für die statische Neuberechnung nicht geeignet. Daher wurde zur Bestandserfassung die Brücke von der RAG in Zusammenarbeit mit der Ruhr-Universität Bochum per Drohne beflogen und es wurden 3D Scans (Punktwolke) erstellt.

Wissenschaftliche Mitarbeiter der Ruhr Uni Bochum beflogen die Bandbrücke per Drohnen, Fotografie: © Kadmy

Die Zusammenarbeit mit Partnern aus der universitären Forschung hat das Projekt bereichert

Lars Thenhausen, M. Sc.
Tragwerksplanung, Bauwerkserhaltung
HEG Standort Dortmund

Dipl.-Ing. Christoph Driller und Lars Thenhausen, M.Sc., beim Ortstermin Kokerei Hansa

Für genauere Details erfolgte ein weiteres Aufmaß. Mit diesen Daten und den Bestandplänen wurde das Stabwerksmodell für die Berechnung von HEG erstellt. Federführend im HEG Team sind hier Dipl. Ing. Christoph Driller und sein stellvertretender Projektleiter Lars Thenhausen, M. Sc.. Herr Thenhausens Schwerpunkt liegt im Bereich der Tragwerksplanung von Massiv- und Stahlbauten. Mit der Berechnung anhand komplexer 3D-Verformungsmodelle stellt HEG sicher, dass die Besucher bald wieder gefahrlos die Brücke hochwandern können. Die Statische Berechnung erfolgt zurzeit. Baubeginn ist im Sommer 2021. Unter anderem werden die beschädigte Stahlkonstruktion ertüchtigt, eine neue Laufebene und eine neue Dachkonstruktion eingebaut. Erschwert wird die Sanierung dadurch, dass die Farbe Bleimennige und Asbest enthält und somit eine staubdichte Einhausung der gesamten Konstruktion und eine entsprechende Schadstoffsanierung notwendig wird.

Nach Abschluss des Projekts im Jahr 2023 können die Besuchergruppen dann von der Bandbrücke aus beeindruckende Ausblicke genießen. Die Sanierung ist Teil des »Zukunftsgarten Emscher Nordwärts« in Vorbereitung auf die IGA2027 Metropole Ruhr. Dieser Aktionsraum soll über die Internationale Gartenausstellung im Jahr 2027 hinaus durch die Verknüpfung von Grünflächen und urbanen Quartieren zum Innovationslabor für neue Konzepte von Wohnen, Arbeit und Freizeit werden. Die Kokerei Hansa wird dabei als »vitales Areal« für Green Economy, Tourismus und Kultur aufgewertet.

    Fakten
  • Auftraggeber Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur
  • Architekten Böll Architekten GmbH
  • Fertigstellung 2023
Lars Thenhausen, M. Sc., im Kohlenturm der Kokerei Hansa, im Hintergrund die Bandbrücke

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